Alle Artikel in: Ostsee

Niendorf

XXXVII. Niendorf: ÜberTourismus in der Lübecker Bucht

Fragt man die KI, ist Niendorf ein idyllisches Seebad in der Lübecker Bucht, bekannt für seinen ruhigen Sandstrand. Vielleicht hat sie das auf offiziellen Tourismusseiten aufgeschnappt, denn die sprechen sogar von »der Ruhe selbst«. Und Wikipedia nennt Niendorf beschaulich. Klingt gut?! Bloß, dass es eben nicht stimmt.

Travemuende

XXXVI. Travemünde: Bäderstil(e)

Läge Travemünde in Mecklenburg-Vorpommern, ginge es als stinknormales Seebad durch. In Schleswig-Holstein aber ist Travemünde einzigartig. Nur hier – am südlichsten Ostseestrand – findet sich der Mix aus Klassiszismus, Historismus und Jugendstil, der als Bäderarchitektur bezeichnet wird.

Wassersleben

X. Wassersleben: Grand Nothern Tours

Wassersleben. Letzter Strand vor der Grenze. Drehkreuz für alle, die sich aus eigener Kraft fortbewegen. Rund um die Bilderbuchbucht ziehen sich Spazierwege, Prädikatswege, Radwege, historische Wege und Fernwanderwege, auf denen man bis Italien laufen könnte, ganz wie die klassische Grand Tour (französisch für: große Reise) es vorsah, damals im 15. Jahrhundert, als Reisen noch dem Adel vorbehalten war. Später mischte sich das gehobene Bürgertum unter die Reisenden. Noch später folgten die Stände. Insbesondere in England war das angesagt, weshalb »Le Grand Tour« im 18. Jahrhundert zu »The Grand Tour« wurde, während in Deutschland die Cavalierstour in Mode kam. Ab 1900 schlossen sich immer breitere Schichten an und Erholungsreisen liefen der Grand Tour zunehmend den Rang ab. Daraus entwickelte sich im 20. Jahrhundert der Massentourismus. Im 21. steigerte er sich zum Übertourismus. Ein Zustand, mit dem auch Schleswig-Holstein heute zu kämpfen hat. Es ist nicht immer exakt vorauszusagen, wann, wo und warum es des Guten zuviel wird. In Wassersleben scheiden sich die Freigeister Mit Glück präsentiert sich Wassersleben gerade richtig belebt. Bei Pech hilft nur sanfter …

Flensburg

IX. Flensburg: Schaut auf diese Stadt.

Die beste Art nach Flensburg zu reisen, ist zu Fuß auf dem Fördesteig aus Glücksburg kommend.  Man erreicht die ehemalige Rummetropole über den Volkspark in Hanglage. Unter seinen Aussichtpunkten liegt die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins den Reisenden dann zu Füßen wie ein Amphietheater – mit der Förde als Arena. Um sie dreht sich in Flensburg alles. Beim Abstieg weicht der zunächst großbürgerliche Eindruck einem Gefühl, das in anderen Seehandelstädten spätestens in den 1990ern verloren ging. Das Gefühl, es gäbe noch etwas zu entdecken. In Flensburg darf Schräges und Windschiefes noch genauso selbstbewusst in der ersten Reihe stehen wie prächtige Renaissance-Fassaden. In Flensburg schlängelt man sich durch die Gänge und treibt sich in Hinterhöfen rum. Stippvisite, Ausflugstag, Kurzurlaub in Flensburg In Flensburg gibt es noch schrabbelige Ecken im Hafen und am allerbesten Spot ein Piratennest. In Flensburg spricht man selbstverständlich dänisch. In Flensburg können sich selbst Studierende noch ein WG-Zimmer leisten. In Flensburg hält der ICE nicht in der City sondern im Carlisle Park. Und wer Hamburg längst zu gentrifiziert findet, Kiel zu kantig und Lübeck zu …

Holnis

VII. Holnis: Cimbrica

Es heißt, Theodor Fontane verliebte sich im Vorbeisegeln derart in die Halbinsel Holnis, dass er die Handlung seines Romans »Undwiederbringlich« kurzerhand von Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein verlegte. Holnis dankte es mit einem Gedenkstein und einem Wanderweg, der des Dichters Namen trägt. Grundsätzlich war Fontanes Verhältnis zu Schleswig-Holstein aber wohl ambivalent. Er nannte es einerseits armselig und unelegant. Andererseits war er Patriot. Und Preussen hatte ein Auge auf den Landstrich in Top-Lage geworfen, den Fontane (etwas pathetisch) im ersten Kriegsbuch beschreibt: »Im Norden Mittel=Europa’s, wo die Elbe das Meer erreicht, streckt das deutsche Festland, als erhöb’ es seinen Arm gen Norden, einen Halbinsel=Damm gen Norden in das Meer hinaus: dieser Damm heißt die cimbrische Halbinsel.« Das ist ein schiefes Bild. Denn die kimbrische Halbinsel – oder Chersonesus Cimbrica wie es in der Antike hieß –  reicht von St. Pauli bis Skagen. Das deutsche Festland war also nie länger als höchstens der Armstummel.   Ursprünglich war das, was später Cimbrica wurde (und noch später Hamburg, Schleswig-Holstein und Jütland) von einem kilometerdicken Eispanzer bedeckt. In etwa wie heute Grönland. …

geltingerbucht

IV. Geltinger Bucht: Spread your wings and hide away

Ein Hideaway ist ein abgelegener, ruhiger Ort, oft in der Natur, der sich perfekt für einen entspannten Urlaub oder Rückzug eignet. Es kann sich um eine Hütte im Wald, eine einsame Insel oder sogar ein Boutique-Hotel in einer abgelegenen Gegend handeln. Oder um ein x-beliebiges Refugium in der Geltinger Bucht, die gern als Bullerbü von Schleswig-Holstein bezeichnet wird.

geltinger birk

III. Geltinger Birk: meerumschlungen

90 Jahre nachdem »Schleswig-Holstein meerumschlungen« auf dem Schleswiger Sängerfest erstmals zu hören war, wurde die Geltinger Birk unter Schutz gestellt. Seitdem sind wieder 90 Jahre vergangen. Das Schleswig-Holstein Lied ist zur offiziellen Hymne avanciert und die Birk hat sich von einer massiv (aus)genutzten Halbinsel zurück in ein Naturschätzchen gewandelt.

Maasholm

II. Maasholm: Morgen ans Meer

Wer »Schleswig-Holstein rund« reist, idealerweise zu Fuß an einem Morgen in Kappeln auf dem Schleisteig startend, könnte mittags ein Fischbrötchen im Hafen von Maasholm verspeisen, um am Nachmittag – auf gute Art etwas erschöpft – in einen Strandkorb an der Ostsee zu sinken. Doch das ist fast zu rasant für die Gegend.

Kappeln

»Schleswig-Holstein rund«: I. Kappeln an der Schlei

Hans Friedrich (Fiete) Müller, Stadtführer und Organist aus Kappeln-Ellenberg, schreibt auf den Seiten des örtlichen Touristikvereins: „Kappeln rund“ heißt ein liebenswürdiger Kappelner Ausdruck für einen Stadtbummel. Man schaut sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt an, nicht zuletzt um zu sehen und gesehen zu werden.